Mörderische alte Damen in Rosenheim: Jospeh Kesselrings Arsenic and Old Lace an der Beruflichen Oberschule Rosenheim
Auch in diesem Jahr stellte die English Drama Group der FOSBOS Rosenheim unter der Leitung von Iris Bentz wieder eine aufwendige und abendfüllende Produktion auf die Beine. Auf dem Spielplan stand ein Klassiker des schwarzen Humors aus den 40er Jahren: Arsenic and Old Lace von dem amerikanischen Dramatiker Joseph Kesselring.Schon unmittelbar nach der Premiere wurde das Stück am Broadway zum Hit, zu Weltruhm gekommen sein dürfte es aber vor allem durch die Verfilmung mit Cary Grant aus dem Jahr 1944, die zweifellos Kultstatus erlangt hat. In dem Dreiakter, der an Wortwitz und Situationskomik nicht spart, muss ein junger New Yorker Theaterkritiker, der sich eben verlobt hat, erfahren, dass seine beiden so harmlos erscheinenden alten Tanten in Wahrheit Serienmörderinnen und nicht die einzigen Mitglieder der Familie sind, die dem Wahnsinn unterliegen.
Premiere feierte die Inszenierung der FOSBOS am 16. März vor ausgewählten Klassen der Schule, zwei weitere Abendvorstellungen folgten dann am 17. und 22. März vor einer gut gefüllten Aula. Begeistern konnte die Produktion in Originallänge nicht nur durch das mit großer Liebe zum Detail gestaltete Bühnenbild, sondern auch durch die mit einem Augenzwinkern gewählte Musik, das äußerst präzise Ton- und Lichtdesign und ein eingespieltes Team hinter den Kulissen. Besonderes Lob gebührt selbstverständlich den Schauspielern, die in diesem Jahr mit wirklich großartigen Leistungen glänzten und den Abend zu einem Genuss machten. Von den mörderisch-süßen Tanten und ihren drei Neffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, über gewitzte Nachbarinnen und sinistre Antagonisten hin zu gutgläubigen Polizisten und ahnungslosen Mordopfern waren alle Rollen überzeugend, in authentischem Englisch und mit feinem Witz interpretiert.
Insgesamt ist ausnahmslos allen am Projekt Beteiligten nicht nur ein großes Lob, sondern auch aufrichtiger Dank auszusprechen. In Zeiten einer sich rasend schnell verändernden Bildungs- und Medienlandschaft ist es geradezu heilsam, zu sehen, wie Schüler und Lehrer aus reiner Begeisterung für das Theater und die englische Sprache gemeinsam einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit opfern und über Monate Energie investieren, um daran zu erinnern, was zu echter Bildung eben (immer noch) dazugehört: die Bretter, die die Welt bedeuten.

