„Meine erste Heimat ist Vilnius, da bin ich geboren. Meine zweite Heimat ist Israel, da habe ich eine glückliche Jugend verbracht, und Deutschland ist meine Aufgabe.“ Unter diesem Motto stand die szenische Lesung mit Tamar Dreifuss, Überlebende des Holocaust in Osteuropa, in Litauen, an der Beruflichen Oberschule Rosenheim.
Tamar Dreifuss, geboren 1938 in Wilna als Kind jüdischer Eltern, war nach der deutschen Besatzung 1941 mit Deportationen und Flucht konfrontiert. Sie überlebte, getragen vom Überlebenswillen und der Liebe ihrer Mutter. Basierend auf der Lebensgeschichte ihrer Mutter, die sie aus dem jiddischen Original ins Deutsche übersetzt hat, verfasste sie ein Kinderbuch über ihre eigene wundersame Rettung. Gestützt durch illustrierte Passagen aus ihrem Buch und anhand der Lebenserinnerungen ihrer Mutter, berichtete sie sehr beeindruckend einem staunenden, tief bewegten und stillschweigenden Schülerpublikum, wie sie die NS-Zeit und den Holocaust in Litauen überlebt hat, – und über die heutige Rechte.
Der Titel des Buches, das ihre Mutter, Jetta Scharpio-Rosenzweig geschrieben hat, lautet „Sag niemals, das ist dein letzter Weg“. Tamar Dreifuss hat ihre Erinnerungen in einem Kinderbuch verarbeitet mit dem Titel „Die wundersame Rettung der kleinen Tamar 1944“.

